von Horst Illmer
NACHRUFE
Die internationale Horror-Gemeinde nimmt Abschied von einer der Großen Damen des Genres: Kurz vor ihrem 83. Geburtstag verstarb in San Francisco am 31. August 2025 die US-amerikanische Schriftstellerin und Komponistin Chelsea Quinn Yarbro.
Die am 15. September 1942 im kalifornischen Berkeley geborene Yarbro schrieb mehr als 80 Romane, überwiegend im Bereich der Schauerliteratur angesiedelt, und wurde vor allem durch ihre historisierenden Vampirgeschichten um den Grafen Saint-Germain bekannt.

Begonnen hatte sie 1969 im Bereich der Science Fiction und Fantasy mit düsteren Kurzgeschichten und Romanen, deren bekanntester »Time of the Fourth Horseman« (1976) ist, dessen Übersetzung 1979 unter dem Titel »Der vierte apokalyptische Reiter« bei Bastei Lübbe erschien.
Da ihr Kriminal- und Horror-Geschichten aber offenbar besser lagen, wandte sie sich diesen Bereichen zu und wurde dort zu einer überaus beliebten und erfolgreichen Autorin. Sie wurde 2003 zum »World Horror Grand Master« ernannt und gewann 2009 einen »Bram Stoker Lifetime Achievement Award« und 2014 den World Fantasy Award für ihr Lebenswerk. Zu ihren Hobbys zählte sie das Legen von Tarot-Karten und das Komponieren von Opern.
Außer drei Romanen und etwa einem Dutzend Kurzgeschichten (davon das meiste um 1980 herum) ist von Yarbro in Deutschland nichts veröffentlicht worden.