Die Medizin der Zukunft

Zwischen Science Fiction und Realität von Rüdiger Schäfer

Wenn Visionen Wirklichkeit werden

Die Medizin war schon immer eine Disziplin, die sich irgendwo zwischen Wunder und Wissenschaft bewegt hat. Was gestern noch undenkbar war, gehörte wenige Jahre später bereits zum Alltag in Arztpraxen und Kliniken. Und was uns in diesen Tagen noch als ferne Zukunftsmusik erscheint, existiert oft schon als Blaupause in Datenbanken oder steht als Prototyp in Entwicklungs- und Testlaboren.

Oft genug beginnt alles mit einer Geschichte. Mit einem Arzt an Bord eines Raumschiffs, der Krankheiten oder Verletzungen sekundenschnell mit einem Handscanner diagnostiziert und berührungsfrei mittels eines fingergroßen Sensors heilt. In einem Labor, in dem in wenigen Minuten maßgeschneiderte Organe aus neutralen Gewebekulturen wachsen. Oder mit einer Künstlichen Intelligenz, die in der Lage ist, nach einem Körperscan die verbleibende Lebensspanne eines Patienten tagesgenau zu berechnen.
In der Science Fiction gab es solche und ähnliche Visionen schon sehr früh – als Spannungsträger, Gedankenexperiment, als Versprechen und Mahnung, als mehr oder weniger gewagtes Spiel mit anscheinend unbegrenzten Möglichkeiten.
Doch die Realität holt immer schneller auf. Was im letzten Jahrhundert noch literarische Spekulation war, ist heute medizinischer Alltag oder doch zumindest Gegenstand klinischer Studien oder realistisches Ziel von Start-up-Unternehmen – inklusive Nanobot-Therapien, KI-Diagnosen und ambulanten Eingri…