Rezension: Lyneham von Nils Westerboer

Cover Lyneham

Nils Westerboer »Lyneham« Klett-Cottaerschienen 2025496 Seiten978-3-60898-723-2 18 Euro In der faszinierenden Geschichte »Lyneham« erleben wir, wie die Familie Meadows am Geburtstag des mittleren Sohnes Henry auf dem Mond Perm ankommt, der ihnen eine neue Heimat werden soll. Die Familie besteht neben Henry, aus dessen Sicht die Handlung erzählt wird, aus dem Vater, dem ältesten Sohn Chester und der Tochter Loy, die das jüngste Kind ist. Die Ankunft verläuft nicht ganz wie geplant, das Schiff stürzt ab und unsere Familie muss sich zu Fuß durch eine lebensfeindliche Welt ohne ausreichend Sauerstoff…

Beitragsbild: Klett-Cotta Verlag

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Rezension: Finstere Stadt von Markus K. Korb

Mit seinen Romanen über die Finstere Stadt begibt sich Markus Korb erstmals auf das Gebiet des Cyberpunks. Wir befinden uns irgendwo jenseits des Jahres 2055, nicht weit von Hong Kong entfernt. Die Finstere Stadt wird vom Triaden-System der Drachen beherrscht. Das »WWW« ist der Anderswelt, dem Cyberspace, gewichen. Fast jeder Bewohner verfügt über ins Gehirn implantierte neuronale Cybernetzwerke, die nahezu alle Sinne »optimieren« können. Die Sucht nach immer stärkerer Optimierung kann allerdings auch im Wahnsinn enden. Augmented Reality (AR) und Wirklichkeit vermischen sich derart extrem, dass kaum noch ein Unterschied…

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Rezension: Ihr Körper, das Schiff von Yvonne Tunnat/Chris Witt (Hrsg.)

Yvonne Tunnat/Chris Witt (Hrsg.)»Ihr Körper, das Schiff. Die besten internationalen Science-Fiction-Geschichten«Übersetzt von Sharyn WegmannA7L Books, 2025, 312 SeitenISBN 978-3-690-28457-8 / 17,99 Euro Auf eine solche Anthologie habe ich lange gewartet. Mit »Ihr Körper, das Schiff« ist das erste Mal seit mehr als zwanzig Jahren wieder ein Auswahlband mit aktuellen angloamerikanischen Science-Fiction-Kurzgeschichten auf dem deutschen Buchmarkt erschienen. Die Herausgeberinnen Yvonne Tunnat und Chris Witt haben dafür aus einem Riesenangebot aus zwei Jahren fünfzehn Storys ausgewählt, darunter »Das Jahr ohne Sonnenschein«, mit der Naomi Kritzer 2024 ihren dritten von inzwischen vier Hugo…

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Rezension: DENIAL OF SERVICE von Aiki Mira

Aiki Mira »DENIAL OF SERVICE«TOR, 2025, 252 SeitenISBN 978-3-596-71182-6 / 18 Euro Nach Hamburg und Berlin jetzt also noch Frankfurt am Main – Städte sind bei Aiki Mira nie nur Kulisse, Städte sind Lebewesen, Protagonisten, Mitspieler. Frankfurt zum Beispiel ist ein eigener Staat im Staat geworden, finanzmächtiger als viele der kleineren Nationen, mit eigener Regierung und Rechtsprechung und Vollzugsbehörden. Und Frankfurt hat eine eigene Starke KI, ein künstliches neuronales Netzwerk mit eigenen Moralvorstellungen. Das KNN sorgt für die Stadt und ihre Bewohner, regelt im Hintergrund alles Nötige und weiß über…

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Rezension: Lavinia von Ursula K. Le Guin

Ursula K. Le Guin»Lavinia«Übersetzt von Matthias FerstererNachwort: U. K. Le Guin, Karte: Jeff MathisonCarcosa, 2025, 306 Seiten Da ich nicht zu jenen gehöre, die »ihren Vergil im Original« lesen können (wie die Romanistin Le Guin es gerne erzählte), musste ich vor der Lektüre von »Lavinia« noch mal schnell mein Konversationslexikon befragen: Der römische Dichter Vergil lebte im 1. Jahrhundert vor Christus und verfasste mit seinem Versepos »Aeneis« den Gründungsmythos des Römischen Reiches. Darin erzählt er die Fahrten und Abenteuer des Aeneas, beginnend mit dessen Flucht aus dem brennenden Troja bis…

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Rezension: Kein Zurück von Stephen King

Stephen King»Kein Zurück«Übersetzt von Bernhard KleinschmidtHeyne Verlag, 2025, 640 SeitenISBN 978-3-453-27434-1/ 28 Euro Stephen King hat sich eindeutig in Holly Gibney verliebt. Die etwas andere Privatermittlerin taucht in »Kein Zurück« nämlich schon zum achten Mal im Oeuvre des Meisters auf. Im beschaulichen Buckeye City geht ein Serienkiller um. Ein Unbekannter hat sich zum Rächer für einen unschuldig Verurteilten und im Gefängnis ermordeten Häftling erklärt. Sein wahnsinnig klingender Plan: Für jeden tatsächlich Schuldigen will er 13 vollkommen Unschuldige töten und am Schluss einen Schuldigen. Detective Isabelle »Izzy« Jaynes ist seit dem…

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Rezension: Hänsel und Gretel von Stephen King & Maurice Sendak

Stephen King & Maurice Sendak»Hänsel und Gretel«Übersetzt von Lena RieblAtlantis Verlag in der Kampa Verlag AG, 2025 48 SeitenISBN 978-3-7152-0927-2 / 20 Euro Dies ist ein mehr als ungewöhnlicher King-Band, besteht sein Inhalt doch aus einem Märchen der Gebrüder Grimm. Mehr als zu dem Märchen an sich, so hat King allerdings einen weitaus größeren Bezug zu dessen Illustrator Maurice Sendak. Einen von Sendaks Reimen verwandte der Autor im Roman »Das Bild – Rose Madder«. Außerdem hat er vor vielen Jahren seinen Kindern aus Sendaks diversen Büchern vorgelesen. Märchen bzw. Märchenhaftes…

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»Herzog Ernst« – Ein phantastischer Abenteuerroman aus dem Mittelalter

Besprechung von Jan Niklas Hochfeldt Ein tugendhafter Ritter zieht, verstoßen wegen eines Komplotts, in die Ferne und erlebt dort allerlei Abenteuer. Er begegnet phantastischen Wesen, manche friedfertig, andere feindlich gesonnen, und bereist die prächtigsten Orte. Schließlich kehrt er in die Heimat zurück, wird von aller angeblichen Schuld freigesprochen, und kann sein altes Leben weiterführen. Was auch der Plot eines zeitgenössischen Fantasyromans sein könnte, stammt tatsächlich aus dem 12. Jahrhundert. Vermutlich um das Jahr 1180 schuf ein namentlich nicht bekannter Dichter in Schwaben mit dem »Herzog Ernst« einen der populärsten mittelalterlichen…

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Von Kaninchen und Menschen

Cover "Wie die Karnickel"

Von Kaninchen und Menschen – Rezension „Wie die Karnickel“ von Jasper Fforde „Das Ereignis erfüllt alle Merkmale der Satire“, erklärte ich. „Wenn auch die Durchführung recht stümperhaft war.“ Das Ereignis fand spontan und ohne Erklärung statt. Plötzlich wurden Kaninchen groß wie Menschen, konnten reden wie Menschen und wollten Teil der Gesellschaft werden. Was die Gesellschaft am Anfang mit Interesse und Begeisterung annimmt. Doch wie zu erwarten, ändert sich das schnell. Die Kaninchen werden wegen ihres Veganismus, ihres Gemeinschaftssinns und ihrer potenziell viel zu vielen Kinder als Bedrohung eingestuft. Peter Knox,…

Beitragsbild: Satyr Verlag

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